SIM-Forschungskolloquium: Willkürliche Veränderungen bei Beethoven?

Veranstaltungsdatum: 18.01.2022
Ort der Veranstaltung: Online-Veranstaltung per Webex. Anmeldungen unter presse@sim.spk-berlin.de

Heinz von Loesch spricht über "Ornamentieren", "willkürliches Verändern" und der Begriff der Texttreue bei der Interpretation Beethovenscher Musik. 14.30 Uhr bis 16 Uhr.

Licht und Schatten an der Fassade des Musikinstrumenten-Museums

Dass nicht nur Kompositionen des Barockzeitalters, sondern auch von Haydn und Mozart der Ausschmückungen durch die Interpret/innen bedürfen, ist eine Einsicht, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr durchgesetzt hat. Nicht so bei der Aufführung Beethovenscher Musik: Sie wird auch von „historisch informierten” Spieler/innen weitgehend „texttreu” gespielt.

Neben diesem bemerkenswerten Befund steht der gleichfalls nicht selbstverständliche Sachverhalt, dass sich „Texttreue” vor allem im Zusammenhang mit der Musik Beethovens herausgebildet hat. 1842 schrieb Czerny, dass man sich beim Vortrage Beethovens „keine Änderung, keinen Zusatz” erlauben dürfe. In den 1870er Jahren spielte Liszt zwar die Werke Webers und Schuberts in stark modifizierten Fassungen, nicht jedoch die Beethovens. Und zentraler Gegenstand der „Urtextbewegung” (Schenker, Schnabel, Kolisch) war vor allem Beethoven.

Der Vortrag versucht, diese beiden Befunde zueinander in Beziehung zu setzen. 1. untersucht er auf der Grundlage von Einspielungen der letzten Jahre, in welchem Umfang selbst historisch informierte Spieler Beethoven „texttreu” spielen und warum. 2. schaut er noch einmal genauer, in welcher Weise man den Beethovenschen Notentext im 19. Jahrhundert dann doch modifizierte. Schließlich soll diskutiert werden, was die beiden Tendenzen miteinander verbindet und was sie trennt. Beruhen sie eigentlich auf denselben phänomenologischen Einschätzungen und sind sie ästhetisch überhaupt kompatibel?

14.30 bis 16.00 Uhr
Teilnahme kostenfrei

Die Veranstaltung findet per Webex statt
Anmeldungen bitte bis 17.1.2021, 14.00 Uhr, unter presse@sim.spk-berlin.de

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