Bereichsnavigation
Music on Demand. Schallplatten, Kassetten, Streaming!
Pressemitteilung vom 27.10.2026
Neue Sonderausstellung im Musikinstrumenten-Museum – Staatliches Institut für Musikforschung 4. Dezember 2026–30. Dezember 2027 Pressevorbesichtigung: Dienstag, 1. Dezember 2026, 11 Uhr Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 3. Dezember 2026, 18 Uhr, mit Markus Kavka
Musik jederzeit, überall und auf Abruf: Was heute selbstverständlich erscheint, ist das Ergebnis einer langen Geschichte technischer Erfindungen und kultureller Veränderungen. Die Ausstellung „Music on Demand. Schallplatten, Kassetten, Streaming!“ im Musikinstrumenten-Museum Berlin zeigt, wie sich das Aufzeichnen, Übertragen und Abspielen von Musik gewandelt hat – und wie diese Entwicklung unsere Hörgewohnheiten bis heute prägt.
Musik ist flüchtig. Sie aufzuzeichnen, zu bewahren und nach Bedarf wieder erklingen zu lassen, beschäftigt Menschen seit Jahr-hunderten. Doch erst mit den Erfindungen des Phonographen und Grammophons Ende des 19. Jahrhunderts wurde es möglich, musikalische Darbietungen als Schallereignisse festzuhalten und unabhängig von Zeit und Ort zu reproduzieren. Damit begann eine Entwicklung, die das Musikhören grundlegend veränderte.
Die Ausstellung „Music on Demand. Schallplatten, Kassette, Streaming!“, die am 3. Dezember 2026 im Musikinstrumenten-Museum (MIM) des Staatlichen Instituts für Musikforschung (SIM) in Berlin eröffnet wird, zeichnet diese Geschichte anhand ausgewählter Objekte aus den Sammlungen des Museums, der Bibliothek und der Abteilung Akustik und Musiktechnologie des SIM nach. Von frühen Tonträgern über Magnetband, Kassette und Compact Disc bis zu digitalen Medien und Streaming zeigt sie, wie technische Innovationen neue Formen des Musikhörens ermöglichten. Zahlreiche der präsentierten Objekte sind erstmals öffentlich zu sehen.
Vom gemeinsamen Hörerlebnis zum individuellen Zugriff
Mit der Tonträgerindustrie wurde Musik zunehmend zu einem Konsumgut, das sich erwerben, besitzen und sammeln ließ. Spätere Entwicklungen wie die Kompaktkassette, der Walkman und digitale Musikdateien machten das Hören immer mobiler und individueller. Heute ermöglichen Streaming-Dienste den unmittelbaren Zugriff auf Millionen von Titeln. Zugleich wirft die permanente Verfügbarkeit neue Fragen auf: Wie verändern Algorithmen und KI-generierte Musik unsere Hörgewohnheiten? Und was unterscheidet das individuelle Hören von der nach wie vor großen Bedeutung gemeinschaftlicher Musikerlebnisse im Konzert?
Technik, Design und globale Verflechtungen
Die Geschichte der Tonwiedergabe ist auch eine Geschichte des Designs und der Materialien. Von repräsentativen Musikschränken über die funktionalen Geräteentwürfe der 1960er Jahre bis zu heutigen digitalen Technologien veränderten sich Form und Nutzung der Abspielgeräte ebenso wie ihre technische Grundlage. Die Ausstellung beleuchtet dabei auch die globalen Zusammenhänge der Tonträgerproduktion: Frühe Schallplatten bestanden überwiegend aus Schellack, einem Naturharz, dessen Gewinnung auf dem indischen Subkontinent eng mit kolonialen Handels- und Produktionsstrukturen verbunden war. Der spätere Einsatz synthetischer Stoffe verweist auf den wachsenden Einfluss petrochemischer Industrie.
Eine Geschichte des Hörens, die bis in die Gegenwart reicht
„Music on Demand“ zeigt, wie Medien die Produktion, Verbreitung und Wahrnehmung von Musik verändern – und wie Künstlerinnen und Künstler neue Technologien kreativ nutzen, von frühen Experimenten mit Grammophon und Radio bis zur generativen KI. Das Begleitprogramm lädt dazu ein, gemeinsam Musik zu hören, Erfahrungen auszutauschen und über die Zukunft des Musikhörens zu diskutieren.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung kann ab 4. Dezember 2026 zu den Öffnungszeiten des Museums besucht werden: Di 9–13 Uhr, Mi, Fr 9–17 Uhr, Do 9–20 Uhr, Sa + So 10–17 Uhr
Eintritt: 10/ ermäßigt 5 Euro (Museumseintritt)
Katalog zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint im Berliner Nicolai Verlag ein Katalog in Deutsch und Englisch.
Begleitprogramm
Das Begleitprogramm zur Ausstellung wird ab Januar 2026 auf www.simpk.de/music-on-demand veröffentlicht.
Förderung
Die Ausstellung wird von der Kulturstiftung der Länder und der Lottostiftung Berlin gefördert.
Website
www.simpk.de/music-on-demand

