Internationale Konferenz zum Thema KI und musikalische Kreativität
News vom 04.08.2026
SIM und TU Berlin richten die diesjährige Konferenz zum Thema KI und musikalische Kreativität „AI Music Creativity“ (AIMC) aus, die vom 16.–18. September im MIM stattfindet.

Die jährliche Konferenz zum Thema KI und musikalische Kreativität „AI Music Creativity“ (AIMC) bringt eine interdisziplinäre Gemeinschaft von Forschern und Praktikern zusammen, die an der Schnittstelle von KI und Musik arbeiten. Ziel der Konferenz ist, eine Brücke zwischen Datenwissenschaft und Musikforschung zu schlagen und Themen wie Performance-Systeme, computergestützte Kreativität, maschinelles Hören, Robotik und Sonifikation behandelt.
Die Ausgabe 2026 der Konferenz wird vom Staatlichen Institut für Musikforschung (SIM) und dem Fachbereich Audiokommunikation der Technischen Universität Berlin ausgerichtet. Die Konferenz findet vom 16. bis 18. September 2026 im Musikinstrumenten-Museum des SIM statt.
Das Konferenzthema 2026 lautet „Die generative Wende. Musikalische Praxis im Zeitalter radikaler Reproduzierbarkeit“. Musik ist mittlerweile in den Zustand der Hyper-Reproduktion eingetreten. KI-Systeme produzieren täglich Millionen von Tracks und prägen immer stärker, wie Musik entsteht und erfahren wird. Dies markiert eine grundlegende Neukonfiguration musikalischer Praxis: Musik wird nicht länger nur komponiert oder improvisiert, sondern zunehmend über Schnittstellen „erzeugt“, die das Verhältnis zwischen kreativen Absichten, materieller Produktion und klanglichem Ergebnis neu gestalten. Prompts, Empfehlungsalgorithmen und Datensätze beeinflussen die Rezeption sowohl von Musikerinnen als auch von Hörerinnen.
Die AIMC 2026 betrachtet diese Wende sowohl unter dem Gesichtspunkt technischer Infrastruktur als auch kultureller Transformation. Wenn Musik mithilfe KI-vermittelter Werkzeuge entsteht – etwa durch Prompts, Steuerungsmechanismen oder datensatzbasierte Neukombination – welche neuen Formen von musikalischem Können, Hören und kreativer Tätigkeit treten dann hervor? Wie lässt sich Kreativität als verteilt zwischen menschlicher Intuition und maschineller Kapazität verstehen, ausgeführt über Schnittstellen, die ästhetische Möglichkeiten zugleich eröffnen und begrenzen? Produzieren diese Systeme eigene ästhetische Signaturen – unverwechselbare klangliche Merkmale oder formale Tendenzen, die sie als generativ erzeugt kennzeichnen? Können diese Systeme einzigartige ästhetische Formen hervorbringen, oder tendieren sie lediglich zu Homogenisierung und stilistischer Vereinheitlichung? In welchem Maße sind diese Prozesse tatsächlich neu, und inwiefern setzen sie ältere Entwicklungen fort?
Zu erleben ist ein technischer, kultureller und rechtlicher Diskurs rund um diese Themen ergänzt von künstlerischen Beiträgen, in denen KI-Systeme beim kreativen Schaffensprozess eine maßgebliche Rolle spielen.

