Beethovens Quartett

Pop-Up-Ausstellung

22. Februar bis 3. April 2022

Am 27. März findet im Musikinstrumenten-Museum ein Konzert mit Originalinstrumenten aus Beethovens Besitz statt. Doch woher wissen wir, dass die Instrumente wirklich Beethoven gehörten? Kommen Sie mit auf eine Entdeckungsreise!

Wie "echt" ist das Beethoven-Streichquartett?

Briefauszug Bethmann Hollweg an Geheimen Reigierungs Rath Pertz
Quelle: Akte „Echtheit Instrumente“, HA SIM/1a/6/3,208, S. 5f. (https://digital.sim.spk-berlin.de/viewer/image/02463707/6/)

Lange glaubte man, dass alle vier Instrumente des Beethoven-Streichquartetts zu einem Geschenk gehören, das der Fürst und Mäzen Lichnowsky an Beethoven machte. Heute wissen wir, dass dies nur für zwei der Instrumente zutrifft, auch wenn alle im Besitz des Komponisten waren.

Die Instrumente gehören dem Musikinstrumenten-Museum, sind aber bereit seit 130 Jahren als Dauerleihgabe im Beethoven-Haus in Bonn zu sehen. Unsere kleine Ausstellung begleitet die Dokumentation und Erforschung der Instrumente während ihres Aufenthaltes in Berlin.

Wie haben die Objekte ursprünglich ausgesehen? Wie haben sie sich verändert? Wie können sie am besten für zukünftige Generationen erhalten werden? Bei der Beantwortung dieser Fragen werden die Restaurator:innen von Expert:innen aus verschiedenen Fachgebieten unterstützt.

Früher wurden Instrumente dokumentiert, indem man Umriss- und Wölbungsschablonen angefertigt hat. Solche Schablonen dienten z.B. dazu, Nachbauten der Instrumente anzufertigen. Heute ist es möglich, die Instrumente mit 3D-Scannern auf den Bruchteil eines Millimeters genau zu erfassen. Diese Technologie ermöglicht es uns auch, Messungen an den Instrumenten berührungsfrei vorzunehmen und die Objekte so vor Schäden zu schützen. Ein Beispiel dafür sind die Wachssiegel der Instrumente, die besonders empfindlich sind. Durch den 3D-Scan bleiben sie im Fall einer Zerstörung zumindest digital erhalten.

Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Geschichte von Objekten und ihren Besitzer:innen. Ausgangspunkt sind historische Dokumente aus Archiven und Bibliotheken. In unserer kleinen Ausstellung können Sie auch erfahren, auf welchem Weg die Instrumente an unser Museum gekommen sind.

3D-Scan des Beethoven-Quartetts

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten
[Theobald von] Bethmann Hollweg

An den Königlichen Ober-Bibliothekar
Herrn Geheimen Regierungs Rath Dr. [Georg Heinrich] Pertz

Uebrigens erscheint es wünschenswerth, dem von dem Großhändler Jokits bei seiner Schenkung geäußerten Wunsche, „daß am Geburtstage Beethovens eines seiner Werke mit dem Quartett executirt oder dasselbe sonst, sei es bei Hof-Concerten oder auch öffentlich bei feierlichen Angelegenheiten, anerkannten Virtuosen zur Benutzung anvertraut werden möge“, so viel als thunlich zu entsprechen, und will ich Ew. Hochwohlgeboren daher ermächtigen, die Instrumente in einzelnen geeigneten Fällen zu solchem Gebrauche zu gewähren.
Berlin, den 1. October 1861

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