Klaviatur - Tastatur - Interface

Ein Vermittlungsprojekt für blinde und sehbehinderte Menschen

Die Klaviatur eines Cembalos oder Klaviers hat mehr mit der heutigen Computertastatur zu tun als wir gemeinhin annehmen. Die Erfinder der ersten Schreibmaschinen ließen sich von Tasteninstrumenten inspirieren und nannten ihre Modelle „Cembalo scrivano“, „Schreibclavier“ oder „literarisches Piano“. Heute können wir auch mit der Computertastatur Musik machen. Die Interfaces zum Schreiben und Musizieren sind kreativ kombinierbar geworden. Mit dem Vermittlungsprojekt Klaviatur – Tastatur – Interface widmet sich das SIM 2022 der Zielgruppe blinder und sehbehinderter Menschen. Ziel ist die Entwicklung eines neuartigen Angebots in Form einer inklusiven Onlinetour, die gleichzeitig innovativen Content für alle Besucher:innen bietet, sei es vor Ort im Museum oder digital abrufbar weltweit.

Um die kreative Aktivierung zu fördern, sind als besonderes Highlight Audiosamples einiger Museumsobjekte geplant, die von allen Nutzer:innen kostenfrei heruntergeladen und zum eigenen Musizieren genutzt werden können. Mit Hilfe der heimischen Computertastatur kann dann zum Beispiel mit den originalen Klängen einer Drehleier aus dem 18. Jahrhundert, der Mighty Wurlitzer Theaterorgel oder des Nachbaus eines Hammerflügels aus Mozarts Zeiten musiziert werden. Zudem soll eine Hands-on-Station im Museum installiert werden, an der auf einem Keyboard die Samples der Museumsobjekte von allen Besucher:innen gespielt werden können. Blindengerechte Audiodeskriptionen für den Download und die Benutzung der Samples werden die Einführung dieses neuen Tools begleiten. Workshops zum Umgang mit den Samples und zum gemeinsamen Musizieren, Tandemführungen und ein Eröffnungsevent fördern die spielerische Aneignung des Themas und runden die Vermittlungsaktivitäten ab.

Der schrittweise Ausbau der Barrierefreiheit gehört zur langfristigen Strategie der Kulturellen Bildung am SIM. 2009 ratifizierte die Bundesregierung die UN-Behindertenrechtskonvention. „Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass inklusives Lernen in Deutschland eine Selbstverständlichkeit wird.“ Museen als Bildungseinrichtungen müssen sich dieses Ziel zu eigen machen und das Musikinstrumenten-Museum will hier seinen Beitrag leisten, mehr Teilhabe ermöglichen und die Barrierefreiheit verbessern. Allerdings sind die Herausforderungen groß, deshalb gehen wir diesen Weg Schritt für Schritt und widmen uns in 2022 den blinden und sehbehinderten Menschen mit diesem digitalen Vermittlungsprojekt.

Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen von dive in. Programm für digitale Interaktionen.

Kontakt

Mireya Salinas, Dipl. Mus./Dipl. Kult.

Veranstaltungsmanagement und kulturelle Bildung

+49 30 254 81 135

E-Mail

Weitere Informationen

Workshop "Raumklang und Farbkontraste"

Dank an den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. für die Unterstützung!
www.dbsv.org

Förderung

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