SIM-Forschungskolloquium: Varianten versus Variationen. Eine kleine Problemgeschichte der Musiktheorie im 20. Jahrhundert

Bezeichnend für die Ausrichtung des Staatliche Institut für Musikforschung ist die Arbeit auf dem Gebiet der praxisorientierten Musiktheorie. Die Forschungsarbeit widmet sich einem breiten Themenspektrum.

Interpretationsforschung

Interpretationsforschung, wie sie am SIM betrieben wird, liegt die Vorstellung des Klang­ereignisses als vielschichtiges Phänomen zugrunde. mehr

Instrumentenkunde

Bass-Viola da gamba von Gregorius Karpp Königsberg, 1693

Instrumentenkundler am SIM widmen sich der Beschreibung und Erforschung von Musikinstrumenten. mehr

Musikwahrnehmung

Lautsprecher

Am SIM werden auditive, visuelle, ästhetische und geometrische Aspekte der Musikwahrnehmung untersucht. mehr 

Musikübertragung

Die Systematische Musikwissenschaft am SIM befasst sich auch mit den ästhetischen Parametern der Musikübertragung. mehr

Musiktheorie

Das Gebiet der Musiktheorie ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt am SIM, verankert durch das Projekt „Geschichte der Musiktheorie”. mehr

Wiener Schule

Das Ensemble der italienischen „Pierrot“-Tournee mit dem Quatuor Pro Arte am 3. April 1924 auf der Piazza San Marco in Venedig.

Die Musik der Wiener Schule ist ein Forschungsschwerpunkt des Staatlichen Instituts für Musikforschung. mehr

Institutsgeschichte

Institutsgebäude in Bückeburg, um 1918

Die Geschichte des SIM von 1888 bis 1945 wurde in einem Projekt wissenschaftlich erschlossen. mehr

Veranstaltungen

Veranstaltungsdatum: 01.02.2022
Ort der Veranstaltung: Online-Veranstaltung per Webex. Anmeldungen unter presse@sim.spk-berlin.de

Lukas Michaelis geht der Geschichte des formanalytischen Variantenbegriffs im 20. Jahrhundert nach. 14.30 Uhr bis 16 Uhr.

Glasbausteine im Musikinstrumenten-Museum

Der Begriff „Variante“ ist in der Musikwissenschaft im deutschsprachigen Raum mehrfach konnotiert: Der ursprünglich aus der Philologie stammende Terminus wurde um 1800 als Fremdwort für „abweichende Lesart“ aus dem Französischen ins Deutsche übernommen und hat sich in diesem Sinne bis heute in der musikphilologischen Praxis erhalten. In der Harmonielehre spricht man hingegen seit Hugo Riemann bei gleichnamigen Dur- und Molldreiklängen von Varianten bzw. Variantklängen, und die Musikethnologie kennt den Variantenbegriff schließlich im Kontext verschiedener „Versionen“ von Volksliedern, welchenicht als einem Original untergeordnete Ableitungen, sondern als untereinander gleichwertige Ausprägungen verstanden werden.  

Eine besondere Bedeutung nimmt der Variantenbegriff innerhalb der musikalischen Formanalyse ein. Im Vortrag soll der Geschichte des formanalytischen Variantenbegriffs im 20. Jahrhundert nachgegangen werden, von seiner ersten Kanonisierung durch Theodor W. Adorno bis hin zu ausgefeilten Variantentechnik-Konzepten der Musiktheorie im späten 20. Jahrhundert. Als Gegenbegriff zu den etablierten Kategorien der „Variation“ und „motivisch-thematischen Arbeit“ lassen sich anhand der „Variante“ einige Diskurse der Musiktheorie im 20. Jahrhundert nachverfolgen, in der nicht Suche und Nachweis von „musikalischer Logik“ im Fokus stehen, sondern das Etablieren neuartiger, weniger logozentrisch ausgerichteter Theorie musikalischer Form. 

14.30 bis 16.00 Uhr
Teilnahme kostenfrei

Die Veranstaltung findet per Webex statt
Anmeldungen bitte bis 17.1.2021, 14.00 Uhr, unter presse@sim.spk-berlin.de

Weitere Informationen

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