SIM-Forschungskolloquium: Willkürliche Veränderungen bei Beethoven?

Bezeichnend für die Ausrichtung des Staatliche Institut für Musikforschung ist die Arbeit auf dem Gebiet der praxisorientierten Musiktheorie. Die Forschungsarbeit widmet sich einem breiten Themenspektrum.

Interpretationsforschung

Interpretationsforschung, wie sie am SIM betrieben wird, liegt die Vorstellung des Klang­ereignisses als vielschichtiges Phänomen zugrunde. mehr

Instrumentenkunde

Bass-Viola da gamba von Gregorius Karpp Königsberg, 1693

Instrumentenkundler am SIM widmen sich der Beschreibung und Erforschung von Musikinstrumenten. mehr

Musikwahrnehmung

Lautsprecher

Am SIM werden auditive, visuelle, ästhetische und geometrische Aspekte der Musikwahrnehmung untersucht. mehr 

Musikübertragung

Die Systematische Musikwissenschaft am SIM befasst sich auch mit den ästhetischen Parametern der Musikübertragung. mehr

Musiktheorie

Das Gebiet der Musiktheorie ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt am SIM, verankert durch das Projekt „Geschichte der Musiktheorie”. mehr

Wiener Schule

Das Ensemble der italienischen „Pierrot“-Tournee mit dem Quatuor Pro Arte am 3. April 1924 auf der Piazza San Marco in Venedig.

Die Musik der Wiener Schule ist ein Forschungsschwerpunkt des Staatlichen Instituts für Musikforschung. mehr

Institutsgeschichte

Institutsgebäude in Bückeburg, um 1918

Die Geschichte des SIM von 1888 bis 1945 wurde in einem Projekt wissenschaftlich erschlossen. mehr

Veranstaltungen

Veranstaltungsdatum: 18.01.2022
Ort der Veranstaltung: Online-Veranstaltung per Webex. Anmeldungen unter presse@sim.spk-berlin.de

Heinz von Loesch spricht über "Ornamentieren", "willkürliches Verändern" und der Begriff der Texttreue bei der Interpretation Beethovenscher Musik. 14.30 Uhr bis 16 Uhr.

Licht und Schatten an der Fassade des Musikinstrumenten-Museums

Dass nicht nur Kompositionen des Barockzeitalters, sondern auch von Haydn und Mozart der Ausschmückungen durch die Interpret/innen bedürfen, ist eine Einsicht, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr durchgesetzt hat. Nicht so bei der Aufführung Beethovenscher Musik: Sie wird auch von „historisch informierten” Spieler/innen weitgehend „texttreu” gespielt.

Neben diesem bemerkenswerten Befund steht der gleichfalls nicht selbstverständliche Sachverhalt, dass sich „Texttreue” vor allem im Zusammenhang mit der Musik Beethovens herausgebildet hat. 1842 schrieb Czerny, dass man sich beim Vortrage Beethovens „keine Änderung, keinen Zusatz” erlauben dürfe. In den 1870er Jahren spielte Liszt zwar die Werke Webers und Schuberts in stark modifizierten Fassungen, nicht jedoch die Beethovens. Und zentraler Gegenstand der „Urtextbewegung” (Schenker, Schnabel, Kolisch) war vor allem Beethoven.

Der Vortrag versucht, diese beiden Befunde zueinander in Beziehung zu setzen. 1. untersucht er auf der Grundlage von Einspielungen der letzten Jahre, in welchem Umfang selbst historisch informierte Spieler Beethoven „texttreu” spielen und warum. 2. schaut er noch einmal genauer, in welcher Weise man den Beethovenschen Notentext im 19. Jahrhundert dann doch modifizierte. Schließlich soll diskutiert werden, was die beiden Tendenzen miteinander verbindet und was sie trennt. Beruhen sie eigentlich auf denselben phänomenologischen Einschätzungen und sind sie ästhetisch überhaupt kompatibel?

14.30 bis 16.00 Uhr
Teilnahme kostenfrei

Die Veranstaltung findet per Webex statt
Anmeldungen bitte bis 17.1.2021, 14.00 Uhr, unter presse@sim.spk-berlin.de

Weitere Informationen

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